ÜBER UNS

Geschichte

Aus der Geschichte des Schweizerischen Roten Kreuzes

"Zwischen den Waffen die Nächstenliebe" - unter diesem Motto pflegte das Rote Kreuz verwundete Soldaten auf dem Schlachtfeld, betreute Kriegsgefangene und beschützte die Zivilbevölkerung. Über die Jahrzehnte hinweg hat es sein humanitäres Engagement ausgeweitet: heute setzt es sich als weltweit vernetzte Bewegung für einen Frieden durch Menschlichkeit ein.

 

Entstehung und Entwicklung

 

Die Schlacht von Solferino

Im Sommer 1859 wurde Henry Dunant, ein junger Kaufmann aus Genf, in Solferino südlich vom Gardasee Zeuge einer wüsten Schlacht zwischen den Truppen der Österreicher und den verbündeten Heere der Italiener und Franzosen. Dieses Erlebnis sollte der Auslöser für ein weltweit vernetztes Hilfswerk werden.

Nach der Schlacht blieben über 40'000 Sterbende und Verwundete auf dem Schlachtfeld zurückblieben. Henry Dunant konnte nicht tatenlos zusehen und organisierte Hilfe aus den umliegenden Dörfern, um die Verwundeten vom Schlachtfeld zu bergen und so gut wie möglich zu pflegen und zu versorgen.

 

Dunants Vision

Drei Jahre nach diesen Ereignissen schrieb Henry Dunant in Genf seine "Erinnerung an Solferino" nieder und stellte folgende Forderungen:

 

Es soll ein internationales Abkommen zum Schutz der Kriegsopfer geschaffen werden. Nationale Hilfsvereine sollen Freiwillige ausbilden, damit diese im Krieg die Verletzten unparteilich pflegen. Den Verwundeten und Freiwilligen auf dem Schlachtfeld soll eine neutrale Stellung gewährt werden.

Henry Dunant liess seine Schrift auf eigene Kosten drucken und verschickte sie an wichtige Persönlichkeiten und Freunde in ganz Europa.

 

Das Rote Kreuz entsteht

Obwohl viele die Idee Dunants als Hirngespinst aburteilten, fand sie auch Befürworter. Bereits ein Jahr nach Veröffentlichung der "Erinnerung an Solferino" nahmen 36 Vertreter aus 16 Ländern an einem internationalen Kongress in Genf die Forderungen von Dunant auf. Sie bestimmten ein weisses Banner mit dem Purpurkreuz - das in den Farben umgestellte Schweizerwappen - als Symbol. Henry Dunants Vision war zur Realität geworden: am 29. Oktober 1863 wurde die Internationale Bewegung des Roten Kreuzes gegründet!

Nach und nach entstanden in vielen Ländern die von Dunant geforderten Nationalen Rotkreuzgesellschaften. Im Geburtsland von Henry Dunant wurde am 17. Juli 1866 von General Dufour und Bundesrat Jakob Dubs das Schweizerische Rote Kreuz ins Leben gerufen. Das erste Zentralsekretariat entstand 1899 in Bern.

 

Krisenjahr in Europa

Während den zwei Weltkriegen stand das Rote Kreuz überall bereit: Verwundete wurden gepflegt, Soldaten, Gefangene, Flüchtlinge und Gefallene registriert, Pakete übermittelt und Hilfsgüter verteilt.

Das Schweizerische Rote Kreuz unterstützte insbesondere den Armeesanitätsdienstes, leistete aber auch andere Aufgaben wie Sozialhilfe zugunsten bedürftiger Schweizer Soldaten und begleitete Bahntransporte mit verwundeten Kriegsgefangenen. Im Zweiten Weltkrieg richtete das SRK einen Bluttransfusionsdienst für die Armee ein, nahm Kinder aus Kriegsgebieten auf und betreute in der Schweiz internierte Zivil- und Militärpersonen.

 

Ein Werk der Menschlichkeit, weit über das Schlachtfeld hinaus

Nach dem Zweiten Weltkrieg breiteten die Nationalen Rotkreuzgesellschaften, und mit ihnen das Schweizerische Rote Kreuz (SRK), ihre Tätigkeiten mehr und mehr auch auf den sozial-medizinischen Bereich aus.

Heute leistet das Rote Kreuz als weltweit vernetzte Bewegung in Friedens- und in Kriegszeiten einen wichtigen Beitrag an die Menschlichkeit.

 

Die Genfer Abkommen

 

Die vier Genfer Abkommen zum Schutz der Kriegsopfer wurden im August 1949 von einer diplomatischen Konferenz in Genf abgeschlossen. Die Genfer Abkommen sind Teil des humanitären Völkerrechts, das wiederum zum Kriegsrecht gehört. Die Unterzeichnerstaaten verpflichten sich, in kriegerischen Auseinandersetzungen die Regeln der Menschlichkeit einzuhalten.

I. Genfer Abkommen

zum Schutz der Verwundeten und Kranken der bewaffneten Kräfte im Felde

II. Genfer Abkommen

zum Schutz der Verwundeten, Kranken und Schiffbrüchigen der bewaffneten Kräfte zur See

III. Genfer Abkommen

zum Schutz der Kriegsgefangenen

IV. Genfer Abkommen

zum Schutz der Zivilbevölkerung

Im Jahr 1977 wurden die Abkommen durch zwei Zusatzprotokolle ergänzt:

Zusatzprotokoll I

über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte

Zusatzprotokoll II

über den Schutz der Opfer nicht internationaler Konflikte

Die Rotkreuzgrundsätze

 

Die sieben Rotkreuzgrundsätze wurden an der XX. Internationalen Rotkreuzkonferenz in Wien im Jahre 1965 verkündet. Sie haben bindenden Charakter und sind Grundlage für jede Rotkreuztätigkeit.

Der Grundsatz der Menschlichkeit ist der wichtigste Rotkreuzgrundsatz. Er ist der wahre Motor der Bewegung. Aus ihm leiten sich die weiteren Grundsätze der Unparteilichkeit, Neutraliät, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität ab.

 

Menschlichkeit

Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung, entstanden aus dem Willen, den Verwundeten der Schlachtfelder unterschiedslos Hilfe zu leisten, bemüht sich in ihrer internationalen und nationalen Tätigkeit, menschliches Leiden überall und jederzeit zu verhüten und zu lindern. Sie ist bestrebt, Leben und Gesundheit zu schützen und der Würde des Menschen Achtung zu verschaffen. Sie fördert gegenseitiges Verständnis, Freundschaft, Zusammenarbeit und einen dauerhaften Frieden unter allen Völkern.

 

Unparteilichkeit

Die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung unterscheidet nicht nach Nationalität, Rasse, Religion, sozialer Stellung oder politischer Überzeugung. Sie ist einzig bemüht, den Menschen nach dem Mass ihrer Not zu helfen und dabei den dringendsten Fällen den Vorrang zu geben.

 

Neutralität

Um sich das Vertrauen aller zu bewahren, enthält sich die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung der Teilnahme an Feindseligkeiten wie auch, zu jeder Zeit, an politischen, rassischen, religiösen oder ideologischen Auseinandersetzungen.

 

Unabhängigkeit

Die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung ist unabhängig. Wenn auch die Nationalen Gesellschaften den Behörden bei ihrer humanitären Tätigkeit als Hilfsgesellschaft zur Seite stehen und den jeweiligen Landesgesetzen unterworfen sind, müssen sie dennoch eine Eigenständigkeit bewahren, die ihnen gestattet, jederzeit nach den Grundsätze der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung zu handeln.

 

Freiwilligkeit

Die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung verkörpert freiwillig und uneigennützige Hilfe ohne jedes Gewinnstreben.

 

Einheit

In jedem Land kann es nur eine einzige Nationale Rotkreuz- oder Rothalbmondgesellschaft geben. Sie muss allen offenstehen und ihre humanitäre Tätigkeit im ganzen Gebiet ausüben.

 

Universalität

Die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung ist weltumfassend. In ihr haben alle Nationalen Gesellschaften die gleichen Rechte und die Pflicht, einander zu helfen.

 

 

-> 110 Jahre Rotes Kreuz Kanton Schwyz

 

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